Home Biographie - Miroslav Boyadzhiev und Doychin Raychev

Max Reger in der Totale geehrt Festkonzert und Laudatio zum 130. Geburtstag des Meisters - Herausragende Pianisten Meiningen.  Anlasslich des 130. Geburtstags von Max Reger fand am Samstag im Brahms-Saal und anschliessend in der Reithalle eine Wurdigung dieses Meistrs statt. Mittels Wort, im  Film und vor allem durch Musik wurde dem leben und dem Schaffen Regers nachgespurt. Ein gemeinsames Festkonzert des Meininger Theaters, der Meininger Museen und der Hochschule fur Musik und Theater in Bern (Schweiz) bildete dabei zweifellos den Hohepunkt der Ehrungen. . Mit der in ihrer Art einmaligen Introduktion, Passacaglia und Fuge in h-Moll, op. 96 warteten die beiden Pianisten Miroslav Boyadzhiev und Doychin Raychev  auf. Die beiden jungen Bulgaren verfugen uber das technische Rustzeug wie uber jene ungebrochene Vitalitat, die es ihnen erlauben, dieses schon irre Opus Reger gerecht darzubieten. Da mochten bei den wenigen Pianopassagen die Finger noch zu kleinen Hakchen gebogen in leichten Biegungen die Tasten beruhren. Doch zumeist kamen die Anschlage, die rasanten Laufe aus dem ganzen handgelenk heraus, ja aus dem Arm; denn nur auf diese Weise waren die gewaltigen Akkorde hervorzubringen. Phanomenale Leistung Ganz dem Geist vertrauend, aus dem dieser musikalische Kraftakt erwuchs, Pathos keineswegs scheuend, wurde dem Reger gegeben, was des Regers ist. Doch bei allen urwuchsigen Energieentladungen blieb stets die tradierte musikalische Formsprache gewahrt, also die unverganglichen Muster, die ein Bach vorgegeben hatte. Es ist eine phanomenale Leistung gewesen, die die beiden jungen Manner ablieferten und die ihnen ein Bravo aus berufnem Munde einbrachte.... Alfred Erck Montag 17. Marz 2003 Meininger Zeitung

Eine Serenade der andern Art Late Night mit Duo Accento Und wieder eine dieser unentdeckten Sternstunden: In der zehnteiligen Dekaden-Reihe, mit der das Opernhaus sein Hundertjahriges athestisch Revue passieren lasst, gastierte das ebenso brillante wie mit allen Repertoire-Wassern gewaschene Klavierduo M.B und D.R. Auf dem Programm diesmal ein Jahrzehnt, das dem Musikinteressierten oft die Nackenhaare hochstehen lasst: Die Blutezeit der seriellen Produktion zwischen 1955 und 1965. Aber solche Furcht war vollig unbegrundet, denn zu horen waren funf hochinteressante, kontrare, aber nie langweilende Werke. Allein die Tatsache, dass die beiden 29-jahrigen Bulgaren, die sich vor beinahe acht Jahren zum "Duo Accento" verbunden haben, so viel Substanzielles aus dieser kurzen Periode zusammengetragen haben, spricht fur ihren kunstlerischen Ehrgeiz. Doch es ist nicht nur das Was, sondern gerade das Wie, mit dem die von Pianistin Rada Petkova betreuten Tastenmeister uberzeugen. Klang- und Nuancensinn   Es ist diese Mischung aus einer virilen Musikalitat, die dem Ernst der Deutungsverantwortung genauso gerecht wird wie dem spielerisch-verspielten Trieb. Dazu kommen eine stupende Technik, ein hohes Ma? an Klang- und Nuancensinn sowie bravouros prazises Dialogisieren. Die Clusterdusternis in Bernd Alois Zimmermanns "imaginares Ballett" genannten "Perspektiven" erhalt das gleiche Gewicht wie die doppelbodige Presto-Eleganz in Schostakowitschs "Concertino"  Eine Serenade erschaffen die beiden Bulgaren aus Henzes "Divertimenti", hinter denen sich vier Zwischenspiele aus der Oper "Der junge Lord" verbergen. Und Teresa Procaccinis temperamentvolle "Musica barbara" spielen sie so, wie es der Titel nahelegt. Da gerat selbst die anwesende Komponistin (71) aus dem Hauschen. Klar, dass auch die Zugabe aus der Feder der ehemaligen Direktorin der romischen Accademia Santa Cecilia stammt. Riesenbeifall der kleinen Schar. j.v. 20.2.2006 MEZ NURNBERG Nachrichten

Vorlage: "Tages-Anzeiger" Zurich. Trummerhaufen im Dreivierteltakt Den Schlusspunkt des "stilistisch breiten Konzert" setzte das Klavierduo Miroslav Boyadzhiev und Doychin Raychev  mit Maurice Ravels "La Valse", einem sich selbst zerstorenden Walzer, der den Untergang des alten Wien im Ersten Weltkrieg beschwort. Dank einer genau aufeinander abgestimmten Balance und grosser Prazision trotzten die beiden Pianisten den ungunstigen akustischen Verhaltnissen nach Moglichkeit: So schmerzhaft die Glissandi im dreifachen Forte fur den Spieler des zweiten Klaviers waren, so unerbittlich erfuhr das Publikum die physische Gewalt im Zerschlagen des schwelgerischen Dreivierteltaktes. Mit Ravels demoliertem Walzer endete ein Konzertabend, den die musikalische Umsetzung davor bewahrte, als Trummerhaufen in Erinnerung zu bleiben.

Vorlage: "Dissonanz/Dissonance". Dass man in Ammanns furwahr virtuosem Stuck alles Komponierte uber dem Schein des Spontanen beinahe vergass, war freilich auch das Verdienst von Miroslav Boyadzhiev und Doychin Raychev, deren stupende Technik sich jeder pianistischen Anforderung gewachsen zeigte. Im fulminanten Schlussstuck des Abends, Maurice Ravels La Valse (1919-21), hatten die beiden Musiker freilich gut daran getan, ihr Temperament weniger zuzugeln: Der von Ravel so herrlich ins Extrem getriebene Wiener Walzer ware agogisch flexibler, ja kitschiger, die Katastrophe des Schlusses um einiges brutaler, krachender denkbar gewesen. Hier blieb manches tu brav, um die Untiefen und Abgrunde des Stucks wirklich horbar zu machen. Ohnehin liegt die Qualitat des Spiels von Boyadzhiev und Raychev eher im sorgfaltigen Ausloten kompositorischer Strukturen, was den Haydn-Variationen von Johannes Brahms (1873) ausserordentlich zugute kam: In vergleichsweise gemessenem Tempo, mit fast geniesserischer Hingabe, spurten die beiden Pianisten den kontrapunktischen Verastelungen bis in die letzten Feinheiten nach und blieben auch der finalen Passacaglia nichts an Wucht und majestatischer Grandezza schuldig.

Vorlage: "Der Bund". Bleibenden Eindruck hinterliess auch das klangsinnliche Werk "Regards sur les traditions" fur Klavier zu vier Handen des Schweizer Komponisten Dieter Ammann. Hier und in Maurice Ravels "La Valse" - dem wohl bizarrsten Walzer der Musikgeschichte - in der Fassung fur zwei Klaviere, uberzeugten die beiden Pianisten durch ihr transparentes und spannungsgeladenes Zusammenspiel. Hatte das Konzert in verspielter Weise mit den "Haydn-Variationen" von Brahms begonnen, so endete es mit Ravels Walzer in Klang gewordener Katastrophe. Nicht nur musikalisch, sondern auch gefuhlsmassig wurden die Zuhorer an diesem Abend auf eine abenteuerliche Gratwanderung geschickt.

Vorlage: "Berner Zeitung BZ". Die zwei Bulgaren glanzten durch virtuose Technik, lebendige Gestaltung und organisches Zusammenspiel. In Maurice Ravels "La Valse", einer Komposition, die von Temposchwankungen und klanglichen Kontrasten lebt, gelangten die Pianisten zum Hohepunkt ihres Zusammenspiels.

This website is best viewed with Flash!